|
Unsere Meinung ist
zumutbar 12
Gleichheit ist Glück
Radio ATTAC Tirol
Freies Radio
Innsbruck - Freirad 105.9
Die Forderung nach Gleichheit als entscheidend für die zukünftige
Gesellschaft der Geschwisterlichkeit.
Dieser Satz ist heute genauso aktuell wie im ersten Viertel des
19. Jahrhunderts.
Der Titel der Sendung "Gleichheit ist Glück" geht auf das Buch von
Richard Wilkinson und Kate Pickett
zurück, worüber sie im zweiten Teil der
Sendung hören.
Friedrich Pichlmann von
Radio ATTAC Tirol setzt sich im ersten
Teil der Sendung mit Begrifflich-keiten
wie Gleichheit, Freiheit oder universelle Emanzipation in Bezug auf
ihre historische Entwicklung auseinander.
Die Forderung nach Gleichheit als Ruf der bürgerlichen Revolution
richtete sich in erster Linie an die alte
feudale Ge-sellschaft, in der durch die Geburt die
Klassenzugehörigkeit festgelegt war.
Allerdings war in dieser "alten Gesellschaft" bereits eine neue
Klassengesellschaft herangewachsen: nunmehr
erfolgte die soziale Spaltung vor allem durch das Eigentum oder
Nicht-Eigentum an Produktionsmitteln. Die
Eigentümer oder Groß-aktionäre der maßgeblichen Produktionsmittel
und der entscheidenden Ressourcen wie
z.B.: Bodenschätze bildeten die neue Bourgeoisie, während der Rest
der Gesellschaft in erster Linie nur
Eigentümer der eigenen Arbeitskraft war. Dieser Zu-stand war nicht
neu und wurde schon in den ersten Jahren
der bürgerlichen Revolution kritisiert.
Der Priester Jacques Roux über diesen Zustand: die Freiheit ist
ein eitles Hirngespinst, wenn eine Klasse
von Menschen die Andere ungestraft aushungern kann. Die Gleichheit
ist ein eitles Hirngespinst, wenn der
Reiche mittels seines Monopols, das Recht über Leben und Tod
seiner Mitmenschen ausübt. Die Republik ist ein
eitles Hirngespinst, wenn die Konterrevolution täglich durch den
Preis der Nahrungsmittel voranschreitet zu
denen drei Viertel keinen Zugang haben, ohne Tränen zu vergießen.
Schon in der Präambel der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten
Staaten von Amerika aus dem Jahr 1776
wird explizit Gleichheit und Freiheit mit Glück kombiniert. In dem
im Grundforderungskatalog von Benjamin Franklin und Thomas Jefferson enthaltenen Text heißt es:
Wir halten folgende Wahrheiten für unumstößlich: alle Menschen
wurden in Gleichheit erschaffen. Der
Schöpfer hat ihnen unveräußerliche Rechte gegeben. Deren erste da
sind: das Recht auf Leben, das Recht
auf Freiheit, das Recht auf Streben nach Glück.
Wir sehen also auf der einen Seite Gleichheit als Forderung und
Ungleichheit als soziale Realität - nach wie vor.
Erstausgestrahlt wurde diese Sendung beim Freien Radio Innsbruck -
Freirad.
Leider gab es am Beginn
dieser Sendung technische Störungen
- es zählt jedoch der Inhalt.
Die Sendung zum nachhören
|
vorige
>>
nächste
<<
Anfang I<< |